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Szene 1:

Herr Erdorf: Liebe Abiturientia 1999 und verehrte Gäste!
Lassen Sie mich meine Freude über diesen großen Tag für Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, aber auch für unsere Institution Ausdruck verleihen, indem ich Sie oder besser Ihre Vergangenheit in den Mittelpunkt meiner Ausführungen stelle.

Als Schülerinnen und Schüler hatten Sie in den letzten 13 oder mehr Jahren die Gelegenheit und das Vergnügen, die Errungenschaften und Traditionen hauptsächlich unserer, aber auch anderer Kulturen kennenzulernen. Ich möchte dies heute zu einem hoffentlich vorläufigen Abschluss bringen, indem ich Sie entführe in die Welt des Schülerdaseins, wie es unsere Kulturgeschichte in den letzten 3000 Jahren geschrieben hat. Verbinden will ich das mit dem Wunsch, Sie möchten erkennen, welchem gewaltigen kulturellen Erbe Sie sich verpflichtet fühlen können und sollen.

Die Wurzeln unserer abendländisch–humanistischen Kultur sind untrennbar verbunden mit einem sagenumwobenen Dichter der frühgriechischen Antike, mit dem unvergleichlichen Homer und seinen unsterblichen Epen.

Was erfahren wir von ihm über die Jugend des herrlichen Achilleus oder der schönen Helena?

Nun, nicht allzuviel, wir sehen Hektor an den Gestaden vor Troja sich im Reiten, Jagen, Schwimmen, Waffengebrauch, Speer- und Diskuswerfen üben. Von Odysseus wissen wir, dass er darüber hinaus der Rhetorik mächtig war, dass er zudem die Leier zu spielen wusste. Helena erblicken wir spielend inmitten ihrer Gespielinnen, sich vorbereitend auf ihre Rolle als Gattin des Spartaners Menelaos, sich übend in der Kunst des Verführens, was ja letztendlich zum Untergang des blühenden Trojas führen sollte.

Keine Rede von Schule, von Bildungs- und Erziehungsauftrag, alles eitel Zufriedenheit und Unkompliziertheit.

Das scheint sich bald geändert zu haben. Machen wir einen Sprung über 500 Jahre hin zur attischen Demokratie. Noch immer waren die Mädchen von jeder öffentlichen Bildung ausgeschlossen. Für die Jungen aus der oberen Schicht begann die Ausbildung mit dem 7. Lebensjahr und endete an den Gymnasien mit dem 22. Lebensjahr. Nicht nur die Wissenschaften, auch militärische Taktik, Nautik etc. standen auf dem Stundenplan. Die Knaben hatten ihren Knabenführer, den sog. Pädagogen. Diese Pädagogen waren Sklaven und hatten einen nicht zu beneidenden Stand.

Und von dem Philosophen Sokrates hören wir eine Klage, die seitdem nie wieder verstummt ist: Die Jugend taugt nichts, sie lernt nichts und interessiert sich für nichts. Das sagte er vor immerhin 2400 Jahren, was um Himmels willen war passiert?

Szene 2:

Frau Schlott kommt auf die Bühne und unterbricht:

Frau Schlott: Halt, Rainer, entschuldige, wenn ich unterbreche, aber glaubst Du, dass diese Rede unserer Schule angemessen ist? Ich meine, wir sollten eher auf die Situation heute eingehen, vor allem auf die Jugendlichen, die hier vor uns sitzen.

Herr Erdorf: Aber Christel, wir stehen in einer langen abendländischen Tradition, auf die Situation heute gehe ich in meinem Konzept... Moment... auf Seite 65 ein, das beginnt mit der schwedischen Reformpädagogin Ellen Kay....

Frau Schlott: Ich würde trotzdem lieber mit Melanie Röhrnbeck anfangen. Sieh mal, was ich in meinen Unterlagen gefunden habe!

Damals, also vor neun Jahren – habe ich in einigen Klassen gefragt, wie sich die Jungen und Mädchen ihre Schule wünschen. Das finde ich spannender. Ich weiß nicht, ob Sie sich heute noch daran erinnern. Ich lese vor, was Melanie Röhrnbeck sich damals gewünscht hat:

  • nette Lehrer
  • gute Freunde
  • gute Noten
  • wenig Hausaufgaben
  • einen guten Schulabschluss

  • Herr Erdorf unterbricht

    Herr Erdorf: Aha, einen guten Schulabschluss hat sie sich gewünscht.

    Der Weg bis dahin war aber weit. Am Ende der SI mussten sie z. B. erst einmal darüber beraten werden, was in der gymnasialen Oberstufe überhaupt auf sie zukommt.

    Ich kann mich noch an ein Beratungsgespräch von damals erinnern.

    Frau Schlott: Davon hast du erzählt. Das war doch so:

    Szene 3:
    Frau Schlott und Herr Erdorf setzen sich an einen Tisch

    Frau Schlott: Guten Tag, Herr Erdorf, ich möchte gern Abitur machen, was muss ich dazu tun? Es geht sich darum, dass ich nebenher noch jobben möchte, kellnern und so, darum wäre es schön, wenn es keinen Nachmittagsunterricht und keine Hausaufgaben gäbe.

    Herr Erdorf: Ja, ich weiß nicht, ob das die richtige Einstellung ist, Oberstufe ist nämlich kein Zuckerschlecken, man muss arbeiten, um das Abitur zu bekommen und zwar nicht in der Kneipe, sondern zu Hause und in der Schule, und Hausaufgaben gibt es natürlich auch. Aber wir wollen mal sehen, was sich tun lässt. Einen Leistungskurs in Sport werden wir nicht haben. Wie stehst Du denn in Mathe?

    Frau Schlott: Na ja, für eine Vier im E-Kurs hat es gerade noch gereicht, das lag aber wohl am Lehrer, dass das nicht so gut geklappt hat.

    Herr Erdorf: Ja, ja, das kenne ich, habe ich heute schon öfter gehört. Du warst wohl auch bei Küppi, stimmts?

    Also, wenn das so ist, dass in Mathe Lücken sind, dann nehmen wir da den Grundkurs. Den muss man leider nehmen, denn Mathe ist Pflichtfach. Wenn Du da nicht klar kommst, werfen wir den nach 12.2 raus, das macht schlimmstenfalls zwei Fünfen, und 6 Fünfen kannst Du Dir leisten. Allerdings brauchen wir dann zwei Naturwissenschaften, wie wär´s mit Bio und Chemie?

    Frau Schlott: Wenns nur nicht Physik ist, das soll schwer sein. Was ist denn mit Sport?

    Herr Erdorf: Das ist ein Pflichtfach. "Mens sana in corpore sano", wie schon die Römer wussten.

    Wir könnten Sport als Abiturfach nehmen. Um Abi zu bekommen, brauchst Du 100 Punkte. Bei einer 1+ hättest Du in Sport davon schon 75. Wäre das nichts?

    Frau Schlott: Super, das geht klar, scheint ja doch gar nicht so schwer zu sein, und Hausaufgaben in Sport kann ich mir auch nicht vorstellen.

    Herr Erdorf: Eine Gesellschaftswissenschaft brauchen wir noch, Geschichte, Erdkunde, Sowi und Pädagogik könnte ich anbieten.

    Frau Schlott: Das gefällt mir alles nicht, muss das sein?

    Herr Erdorf: Eins davon muss ins Abitur, es sei denn, Du nimmst später Religion, aber dann geht Sport nicht.

    Frau Schlott: Nein, dann lieber Sport im Abi, ich wähle Pädagogik, das kenne ich noch nicht.

    Herr Erdorf: Dann fehlen noch Kunst oder Musik. Leistungskurs Kunst wäre nicht schlecht.

    Frau Schlott: Ich kann prima malen.

    Herr Erdorf: Sehr gut. Kunst und Sport im Abitur, dazu Pädagogik, vielleicht sollte da noch Englisch hinzukommen. Englisch musst Du weitermachen, hattest Du in der S I eine zweite Fremdsprache?

    Frau Schlott: Nein.

    Herr Erdorf: Dann musst Du Spanisch wählen. Das hat auch seine Vorteile, Du kannst dann nach 11.2 Englisch rauswerfen. Ich lese Dir dazu mal den entsprechenden Passus aus der APO-GOSt vor, das ist die Allgemeine Ausbildungs- und Prüfungsordnung-Gymnsiale Oberstufe. Es handelt sich um den § 12.

    Herr Erdorf zitiert aus der APO-GOSt ................

    Alles klar?

    Frau Schlott: Muss ich das verstehen?

    Herr Erdorf: Nein, Hauptsache, es stimmt.

    Frau Schlott: Na also, dann erst mal vielen Dank für das Gespräch.

    Frau Schlott: Das war das damalige Beratungsgespräch.

    Rainer, du hast mich damit aber abgebracht von den Wunschkarten unserer jungen Leute:

    Frau Schlott und Herr Erdorf gehen zurück

    Michael Jansen, Elke Recken und viele andere wünschten sich nette, nicht so strenge Lehrer.

    Hat sich dieser Wunsch erfüllt?

    Was ist denn ein netter Lehrer? Ist das jemand, der alles durchgehen lässt, der keine Forderungen stellt, bei dem es drunter und drüber geht. Ich glaube nicht! Denn wenn es in Klassen schon mal Probleme gab, dann kam häufig die Begründung: Der kann sich ja nicht durchsetzen, bei dem lernen wir ja nichts, da ist es immer so laut, der tut ja nichts, wenn wir uns beschweren.

    Daraus habe ich geschlossen, dass Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, sehr wohl daran gelegen war, einen Ordnungsrahmen zu haben, an den Sie sich halten konnten.

    Ich nehme an, dass Sie, wenn Sie später an die Schulzeit zurückdenken, sich sehr wohl daran erinnern werden, wie Herr Küppers, Herr Erdorf oder auch ich morgens in der Eingangshalle gestanden haben, Sie begrüßt haben, von Ihnen natürlich auch gerne einen Gruß entgegengenommen haben.

    Noch eine dieser "einfachen Tugenden" – um diesen veralteten Ausdruck zu benutzen – war für uns wichtig: Wir haben großen Wert gelegt auf Pünktlichkeit. Die Ausreden für das Zuspätkommen waren manchmal mehr und manchmal weniger originell. Sie reichten von "verschlafen" über "der Bus war zu spät" bis hin zur "abgesprungenen Kette am Mofa", die dann wohl von selber wieder draufgesprungen war, da die Hände völlig sauber waren.

    Waren wir in dieser Beziehung zu streng mit Ihnen? Ich glaube nicht, dass einer von Ihnen dadurch Schaden genommen hat. Ich gehe vielmehr davon aus, dass diese Eigenschaften Sie auch in Zukunft begleiten werden. Es gibt wohl kaum einen Beruf, wo sie nicht gefragt sind.

    Herr Erdorf: Ich möchte noch einmal auf die Karte von Melanie zurückkommen. Sie wünschte sich auch einen guten Schulabschluss.

    Melanie und mit ihr alle, die hier unten sitzen, haben diesen Abschluss bekommen. Es ist der höchstqualifizierteste, der in unserem Schulsystem zu vergeben ist. Sie haben ihn an einer Gesamtschule erhalten, seien Sie stolz darauf. Was er letztlich wert ist, werden Sie in Zukunft nicht nur sehen, sondern auch zeigen können.

    Ich fände gut, wenn Sie so reagierten, wie eine der Ihrigen, die bei einem Einstellungstest von einem Nachbarn gefragt, von welcher Schule sie käme, antwortete: "Von der Gesamtschule". Worauf der junge Mann meinte: "Ach ja, das ist ja die Schule, wo man hingeht, wenn man doof ist und von der man weggeht, ohne schlauer geworden zu sein."

    Die junge Dame aus unserer Schule bestand den Test, ihr Nachbar nicht. Solche Antworten brauchen wir mehr.

    Sie und ihr Handeln werden dazu beitragen, die Gesamtschule als Schulform irgendwann neben anderen gleichberechtigt zu etablieren.

    Mir ist überhaupt nicht bange darum, dass Sie Ihren Weg gehen werden, ebensowenig wie mir Angst ist um die Schulform, die Sie ein Stück auf Ihrem Lebensweg begleiten durfte.

    Frau Schlott: Die Anne-Frank-Gesamtschule hat Sie begleitet bis zum Abitur. Sie sind unser Pilotjahrgang – unsere Versuchskaninchen, wie Sie beim Abi-Streich meinten. Ich will nochmal ein bisschen zurückblicken:

    Die meisten von Ihnen haben am 1. August 1990 den ersten Schultag an der Gesamtschule erlebt.

    Die ersten sechs Klassen waren drüben im Rahser untergebracht. 14 Kolleginnen und Kollegen haben mit Ihnen hier angefangen. Bis auf Frau Müller und Herrn Hoffmann arbeiten noch alle hier an der Schule.

    Die ersten Klassensprecher und –stellvertreter-Wahlen fanden statt. Zwei davon sitzen heute hier. Elke Recken war Klassensprecherin in der 5a, Daniel Probstfeld in der 5f. Der erste SV-Lehrer wurde gewählt. Vielleicht wissen Sie noch, wer das war. Er ist es heute noch: Herr Hügel.

    In den sechs Jahren der SI ist viel geschehen. Es würde den Rahmen sprengen, hier alles Erwähnenswerte aufzuzählen. Ich gehe sofort weiter zum Beginn der Sekundarstufe II.

    Da wir ja keine Erfahrungswerte hatten, waren wir sehr gespannt darauf, ob auch junge Menschen von anderen Schulformen sich für unsere Oberstufe entscheiden würden. Sie haben es getan. Die erste war Agnes Gazenti.

    Vorhin war die Rede von Sokrates, der sich vor 2400 Jahren darüber beklagt hat, dass die Jugend nichts taugt, nichts lernt und sich für nichts interessiert. Diese Klage hat auch heute nichts an Aktualität verloren. Aber Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, widerlegen diese Aussage. Sie haben sich dafür interessiert, einen guten Abschluss zu machen und haben so viel gelernt und gearbeitet, dass Sie es auch geschafft haben. Dazu herzlichen Glückwunsch.

    Wie wird es weitergehen mit Ihnen, mit unserem Pilotjahrgang? Wir sind sehr gespannt darauf, was aus Ihnen werden wird.

    Herr Erdorf: Wir wünschen Ihnen beruflichen Erfolg, Zufriedenheit, Gesundheit.

    Frau Schlott: Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihren Lebensweg.

     
     
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    AFG aktuell

    Betriebspraktikum Jahrgang 9

    Liebe Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9,

    aufgrund der aktuellen herrschenden Pandemiesituation mit all ihren Auswirkungen auf unser Kreisgebiet (Schule auf Distanzbetrieb umgestellt, Arbeitsstellen zu, Covid19-Neuinfektionen in steigender Zahl) hat die Schulleitung der AFG heute kurzfristig beschlossen, das für euch anstehende Betriebspraktikum kurzerhand zu verschieben, und zwar auf die drei Wochen ab dem 7. Juni 2021.

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    Distanzunterricht und Betreuung in der Schule

    Wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben und den Informationen des Ministeriums für Schule und Bildung NRW entnehmen können, findet in diesem Monat in der Regel kein Unterricht in der Schule mehr statt.

    Unsere Schüler werden über unser Lernmanagement-System Logineo LMS (Moodle) unterrichtet, erhalten dort ihre Aufgaben, geben ihre Arbeiten ab und können mit ihren Lehrern Kontakt aufnehmen.

    Für die Jahrgänge Q1 und Q2 finden alle geplanten Klausuren, Nachschreibklausuren und Prüfungen im Januar 2021 regulär statt.

    Das Ministerium hat zudem die Möglichkeit einer Anmeldung zur Betreuung eines Kindes während des Distanzunterrichts veranlasst:

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    JG 8: Potenzialanalyse 2020

    Die Potentialanalyse für den 8. Jahrgang wird in diesem Jahr online durchgeführt.

    Ursprünglich geplant war Ende Januar, die Termine, wie das denn funktionieren soll, wer einem da helfen kann, all das erfahren Sie über die Klassenlehrer per Mail.

    (M. Klinkhamels)

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